WordPress Pagination erstellen: Seitennavigation mit WP-Paginate und den besten Plugins einrichten
Dein Blog hat 200 Beiträge und deine Besucher sehen unten nur „Ältere Beiträge“? Das ist keine Navigation. Das ist eine Sackgasse. Pagination löst genau dieses Problem – sie teilt lange Inhalte und Beitragslisten auf mehrere Seiten auf und gibt dem Nutzer eine echte Orientierung. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie Pagination in WordPress funktioniert, welche Plugins sich lohnen (Spoiler: WP-Paginate ist eins davon) und wie du auch ohne Plugin eine saubere Seitennavigation bauen kannst. Egal ob Standard-Blog oder Custom Post Type – nach diesem Artikel weißt du, was zu tun ist.
Was ist Pagination – und warum braucht jede WordPress-Seite sie?
Pagination bedeutet nichts anderes als: Inhalte auf mehrere Seiten aufteilen. Wenn du z.B. 60 Blog-Beiträge hast und WordPress standardmäßig 10 Beiträgen pro Seite anzeigt, entstehen 6 Pages. Die Pagination ist dann die Leiste mit Seitenzahlen, die deine Besucher durch diese Seiten navigieren lässt.
Ohne Pagination sieht der Nutzer nur einen „Ältere Beiträge“-Link. Er weiß nicht, wie viele Seiten es gibt. Er weiß nicht, auf welcher Seite er sich befindet. Er klickt sich blind durch. Oder – wahrscheinlicher – er geht einfach.
Eine gute Seitennavigation zeigt dem Besucher die erste Seite, die letzte, die aktuelle und ein paar Nachbarn. Das klingt nach einem kleinen Detail. Ist es auch. Aber es hat direkten Einfluss auf Usability und SEO. Suchmaschinen folgen Pagination-Links und indexieren so mehr Inhalte. Benutzerfreundlichere Navigation bedeutet längere Verweildauer. Win-win.
Wie funktioniert Pagination in WordPress standardmäßig?
WordPress bringt Pagination von Haus aus mit. Auf deiner Blog-Übersicht wird automatisch paginiert, sobald du mehr Beiträge hast als unter Einstellungen → Lesen festgelegt. Dort bestimmst du, wie viele Beiträge pro Seite angezeigt werden sollen.
Das Problem: Viele Themes zeigen standardmäßig nur „Vorherige Seite“ und „Nächste Seite“ als Links. Das ist technisch gesehen Pagination. Aber es ist die schlechteste Version davon. Kein Nutzer will sich durch 10 Seiten klicken, ohne zu wissen, wo er landet.
WordPress selbst bietet seit einiger Zeit die Funktion the_posts_pagination(). Die gibt dir eine numerische Pagination aus – mit Seitenzahlen, Previous Page und Next Page. Ob dein WordPress-Theme diese function nutzt, steht auf einem anderen Blatt. Viele ältere Themes tun es nicht. Und genau da kommen Plugins ins Spiel.
Welche Pagination Plugins gibt es für WordPress?
Die Plugin-Auswahl auf wordpress.org ist riesig. Aber für Pagination brauchst du kein Monster-Plugin mit 400 Einstellungen. Hier die drei, die wir empfehlen.
WP-Paginate: WP-Paginate is a simple and flexible pagination plugin which provides users with better navigation. Genau das. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist leichtgewichtig, lässt sich schnell einrichten und funktioniert mit den meisten Themes. Über 700.000 aktiven Installationen sprechen für sich. Sobald du das Plugin aktiviert hast, ersetzt es die Standard-Navigation durch eine numerische Pagination. Styling lässt sich per CSS anpassen.
WP PageNavi: Der Klassiker. Schon seit Jahren auf wordpress.org deutsch verfügbar und immer noch solide. WP PageNavi gibt dir eine saubere Seitennavigation mit Seitenzahlen und lässt sich über die Einstellungen im Dashboard konfigurieren. Wer eine schnelle, bewährte Lösung will, macht hier nichts falsch.
Pagination by BestWebSoft: Etwas weniger bekannt, aber durchaus brauchbar. Bietet ähnliche Features wie die obigen Plugins, hat aber ein paar Extras wie Alphabetic Pagination – praktisch für Verzeichnisse oder Glossare. Auch hier gilt: installieren, aktivieren, fertig.
Wie richtest du WP-Paginate als Pagination Plugin ein?
Gehen wir mal Schritt für Schritt durch. Zuerst installierst du das WP-Paginate Plugin. Im Dashboard auf Plugins → Add New, nach „WP-Paginate“ suchen, installieren, aktivieren. Das war’s im Grunde schon.
Unter Einstellungen → WP-Paginate findest du die Optionen. Hier legst du fest, wie viele Seitenzahlen angezeigt werden sollen, ob „Previous Page“ und „Next Page“-Links erscheinen und wie die Pagination gestylt wird. Die Standardwerte sind für die meisten Seiten völlig ausreichend.
Das Schöne am WP-Paginate Plugin: Es funktioniert automatisch. Du musst keinen Code anfassen. Es erkennt deine Beitragsseiten, Archive und Suchergebnisse und fügt die Pagination hinzu. Wenn du das Styling anpassen willst, geht das über Custom CSS in deinem Theme. Die Klassen sind sauber benannt, da findest du dich schnell zurecht.
Wie erstellst du Pagination manuell ohne Plugin?
Manchmal willst du kein Plugin. Vielleicht weil du dein Theme selbst baust. Vielleicht weil du die Kontrolle behalten willst. Kein Problem – Pagination lässt sich auch mit ein paar Zeilen PHP direkt im Template der Pagination umsetzen.
Die einfachste Variante: the_posts_pagination(). Diese WordPress-Funktion gibt eine vollständige numerische Navigation aus. Füge sie in dein Theme-Template ein – z.B. in die archive.php oder index.php – und du hast Seitenzahlen. Fertig. Kein Plugin nötig.
Für mehr Kontrolle gibt’s die manuelle Variante. Hier ein Code-Snippet, das du in deine functions.php packen kannst. Folgenden Code einfügen:
function custom_pagination($pages = '', $range = 2) {
$showitems = ($range * 2) + 1;
global $paged;
if(empty($paged)) $paged = 1;
if($pages == '') {
global $wp_query;
$pages = $wp_query->max_num_pages;
if(!$pages) { $pages = 1; }
}
if(1 != $pages) {
echo "<nav class='pagination'>";
if($paged > 1) echo "<a href='".get_pagenum_link($paged-$range-1)."'>‹ Vorherige Seite</a>";
for($i=1; $i <= $pages; $i++) {
if(1 != $pages && (!($i >= $paged+$range+1 || $i <= $paged-$range-1) || $pages <= $showitems)) {
echo ($paged == $i) ? "<span class='current'>".$i."</span>" : "<a href='".get_pagenum_link($i)."'>".$i."</a>";
}
}
if($paged < $pages-1) echo "<a href='".get_pagenum_link($paged+$range+1)."'>Nächste ›</a>";
echo "</nav>";
}
}
Sieht nach viel aus, ist aber überschaubar. Die function nimmt die aktuelle Page, berechnet den sichtbaren Bereich (definiert durch $range) und gibt Links mit Seitenzahlen aus. $paged enthält die aktuelle Seitennummer, $pages-1 sorgt dafür, dass der „Nächste“-Link nicht auf der letzten Seite erscheint. Du rufst die Funktion dann im Template mit custom_pagination() auf.
Wie funktioniert Pagination mit WP_Query und Custom Post Types?
Standardmäßig paginiert WordPress nur die Haupt-Query. Wenn du aber einen Custom Post Type hast – sagen wir „Rezepte“ oder „Projekte“ – und diesen mit einer eigenen WP_Query auf einer Page ausgibst, wird’s etwas kniffliger.
Das Problem: Bei einer benutzerdefinierten WP_Query musst du den paged-Parameter manuell setzen. Sonst weiß WordPress nicht, auf welcher Seite der Nutzer gerade ist. Das sieht so aus:
$paged = (get_query_var('paged')) ? get_query_var('paged') : 1;
$query = new WP_Query(array(
'post_type' => 'rezepte',
'posts_per_page' => 10,
'paged' => $paged,
));
Ohne diesen paged-Parameter zeigt deine Pagination zwar Seitenzahlen an, aber jede Page liefert die gleichen Ergebnisse. Klassischer Fehler, den man bei der Einrichtung einer Webseite zu erstellen gerne übersieht. Sobald paged gesetzt ist, funktioniert die Pagination wie gewohnt – auch mit Custom Post Types.
Wie passt du das Styling der Pagination an dein WordPress-Theme an?
Die meisten Pagination Plugins bringen eigenes CSS mit. Das sieht oft… okay aus. Nicht schlecht, nicht gut. Halt generisch. Wenn du willst, dass die Pagination zu deinem WordPress-Theme passt, musst du selbst Hand anlegen.
Bei WP-Paginate und WP PageNavi gibt’s jeweils CSS-Klassen, die du in deinem Theme überschreiben kannst. Die Struktur ist simpel: ein Container-Element, darin Links und ein aktives Element. Mit ein bisschen CSS machst du daraus genau das, was du willst. Runde Buttons? Klar. Minimalistische Zahlen? Easy. Das Styling ist reine Geschmackssache.
Wenn du ohne Plugin arbeitest und dein eigenes Snippet nutzt, hast du volle Kontrolle. Du definierst die Klassen, du schreibst das CSS. Kein Overhead, kein Conflict mit Theme-Styles. Für benutzerdefinierte Themes ist das meistens der sauberere Weg.
Was solltest du bei Pagination und SEO beachten?
Pagination und SEO – ein Thema, das oft vergessen wird. Jede paginierte Seite hat eine eigene URL. Und Suchmaschinen müssen verstehen, wie diese Seiten zusammenhängen.
Wichtigste Regel: Duplicate Content vermeiden. Wenn jede Page die gleichen Meta-Tags hat, sieht das für Google nach Duplikaten aus. Viele SEO-Plugins (Yoast, RankMath) kümmern sich darum automatisch. Trotzdem gut zu wissen, was im Hintergrund passiert.
Zweiter Punkt: Crawl-Budget. Wenn du 100 paginierte Seiten hast, will Google die nicht alle einzeln durcharbeiten müssen. Halte die Anzahl der Beiträge pro Seite sinnvoll – nicht zu wenig, nicht zu viele. Irgendwas zwischen 10 und 20 ist meistens gut. Und stell sicher, dass die Pagination-Links sauber als HTML-Links im Code stehen, nicht per JavaScript nachgeladen werden. Dann können Suchmaschinen die Pages problemlos crawlen.
Pagination in WooCommerce – gibt’s da Unterschiede?
Ja, ein paar. WooCommerce hat seine eigene Pagination für Produktseiten. Die funktioniert im Prinzip genauso – Produkte werden auf mehrere Seiten aufgeteilt, unten erscheinen Seitenzahlen. Aber: WooCommerce nutzt eigene Templates.
Wenn du die Pagination in WooCommerce anpassen willst, kannst du den entsprechenden Template-File in dein Theme kopieren und dort bearbeiten. Der Pfad ist woocommerce/loop/pagination.php. Dort kannst du den Inhalt nach deinen Wünschen paginieren und die Ausgabe steuern.
Die meisten Pagination Plugins funktionieren auch mit WooCommerce. WP-Paginate zum Beispiel erkennt WooCommerce-Archivseiten automatisch. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Test nach der Einrichtung – manchmal braucht’s einen kleinen CSS-Fix, damit alles sauber auf your site dargestellt wird.
Häufige Fehler bei der Pagination – und wie du sie vermeidest
Fehler Nummer eins: Pagination vergessen. Klingt dumm, passiert aber ständig. Gerade bei selbst gebauten Themes fehlt sie oft komplett. Dann sieht der Besucher nur die neuesten Beiträge und hat keine Möglichkeit, zu den älteren zu seiten navigieren.
Fehler zwei: Der paged-Parameter fehlt bei custom Queries. Hatten wir schon. Aber es ist der häufigste technische Fehler und verdient eine Wiederholung. Ohne diesen Parameter dreht sich deine Pagination im Kreis. Du klickst auf Page 2 und siehst die gleichen Beiträge wie auf der ersten.
Fehler drei: Zu viel Styling, zu wenig Funktion. Pagination soll funktional sein. Wenn deine Seitenzahlen so klein sind, dass man sie auf dem Handy nicht treffen kann, hilft das schönste Design nichts. Und: Teste die Pagination auf allen Geräten. Mobile first. Immer. Noch ein Tipp: Wenn du ein neues Theme installierst, check als erstes, ob die Pagination sauber funktioniert. Viele Themes bringen ihre eigene Lösung mit – und die ist manchmal besser als jedes Plugin.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Pagination teilt lange Beitragslisten auf mehrere Seiten auf und gibt Nutzern eine numerische Navigation.
- WordPress hat eine eingebaute Pagination, aber viele Themes nutzen nur „Ältere/Neuere Beiträge“ – das reicht nicht.
- WP-Paginate ist ein simple and flexible Pagination Plugin, das sich in Minuten einrichten lässt und mit den meisten Themes funktioniert.
- Alternativen: WP PageNavi (Klassiker) und Pagination by BestWebSoft (mit Alphabetic Pagination).
- Ohne Plugin geht’s auch:
the_posts_pagination()oder ein eigenes Code-Snippet in derfunctions.php. - Bei Custom Post Types immer den
paged-Parameter in der WP_Query setzen – sonst funktioniert die Pagination nicht. - SEO: Pagination-Links müssen als echte HTML-Links vorliegen, damit Suchmaschinen sie crawlen.
- Styling per CSS anpassen – Pagination Plugins bringen eigene Klassen mit, die sich leicht überschreiben lassen.
- Pagination immer auf allen Geräten testen – besonders mobil.
- Newsletter-Tipp: Pagination betrifft nicht nur Blogs. Auch WooCommerce-Shops, Archive und Suchergebnisse brauchen sie.
Pagination, Navigation, UX – wenn du die Details kennst, kennst du uns.
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Piri Parameswaran
Piri ist Mitgründer von Digital Leap. Eigentlich BWLer – aber Programmieren, WordPress und technische SEO hat er sich früh aus eigener Neugier beigebracht. Was im Studium als Hobby angefangen hat, ist seit knapp 10 Jahren sein Beruf. Heute verantwortet er Entwicklung und technische SEO bei Digital Leap – von lokalen Projekten bis hin zu Kunden auf Konzernebene. Eine Website, die nicht sauber gebaut ist, kann noch so gut aussehen: Sie wird nicht liefern.
Von Piri Parameswaran
Am 8. November 2023
Thema #Editor & Inhalte gestalten, #WordPress Themes & Design
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