Wordpress Pingbacks und Trackbacks: Was sie sind, warum sie nerven und wie du sie deaktiviers
Irgendwann taucht in deinem Kommentarbereich ein seltsamer Eintrag auf. Kein richtiger Kommentar. Eher ein Link mit einem Textschnipsel. Kein Name, kein Kontext. Nur ein Verweis auf eine andere Seite.
Willkommen in der Welt der Trackbacks und Pingbacks.
Zwei Begriffe, die klingen wie aus den Anfängen des Internets. Sind sie auch. Die Idee dahinter war mal gut – Vernetzung von Blogs. Aber heute? Heute sind sie hauptsächlich ein Einfallstor für Spam. In diesem Artikel erklären wir dir, was die Begriffe Pingback und Trackback bedeuten, wie sie funktionieren, warum WordPress sie immer noch hat – und wie du sie sauber abschaltest. Einfach erklärt, ohne Umwege.
Was ist ein Pingback – einfach erklärt?
Ein Pingback ist eine automatische Benachrichtigung. Wenn jemand in seinem Beitrag einen Link zu deiner Seite setzt, schickt dessen CMS automatisch einen Ping an deine Seite. Deine WordPress-Installation prüft: „Stimmt der Link? Existiert er wirklich?“ Wenn ja, erscheint der Pingback als Eintrag in deinem Kommentarbereich. Eine Benachrichtigung darüber, dass jemand dich verlinkt hat.
Das Ganze läuft über die XML-RPC-Schnittstelle. Automatisch. Ohne dass jemand etwas tun muss. Du veröffentlichst einen Beitrag, verlinkst auf eine andere Seite – und die verlinkten Website wird darüber benachrichtigt. Umgekehrt genauso. Wenn jemand auf deinen Blog verlinkt, erhältst du einen Pingback.
Klingt nach einer netten Idee, oder? War es auch. In einer Zeit, als Blogs sich gegenseitig entdeckt und vernetzt haben. Die Existenz des Links wurde automatisch bestätigt. Ein Zeichen: „Hey, ich finde deinen Inhalt relevant.“ Das war die ursprüngliche Idee hinter der Pingback-Funktion. Nett. Aber die Zeiten haben sich geändert.
Was ist ein Trackback – und wie unterscheidet er sich?
Ein Trackback ist im Prinzip das Gleiche – nur manueller. Statt automatisch gesendet zu werden, musst du die URL der Zielseite aktiv angeben. Im WordPress-Editor gibt’s ein Feld „Trackbacks senden“. Dort trägst du die URL ein, und WordPress schickt eine Benachrichtigung an die andere Seite.
Der Unterschied: Pingbacks laufen vollautomatisch. Du verlinkst, der Ping geht raus. Bei Trackbacks musst du die URL bewusst eingeben. Außerdem enthalten diese einen Textauszug deines Beitrags, während Pingbacks nur den Link bestätigen.
In der Praxis spielt der Unterschied heute kaum eine Rolle. Beide – Track- und Pingback – erscheinen als Einträge im Kommentarbereich der verlinkten Seite. Beide nerven. Beide werden von Spammern missbraucht. Und beide können bedenkenlos deaktiviert werden. Die Begriffe Pingback und Trackback sind historisch gewachsen. Im Alltag machen sie für die meisten Seitenbetreiber keinen Unterschied mehr.
Warum sind Pingbacks in WordPress heute ein Problem?
Weil Spam. Hauptsächlich.
Die Idee der Vernetzung von Blogs war toll – 2005. Heute nutzen Spammer Pingbacks, um massenhaft Links in deinem Kommentarbereich zu platzieren. Du bekommst hunderte Benachrichtigungen von Seiten, die du nie gesehen hast. Manche davon sind Malware-Schleudern. Manche einfach nur SEO-Spam. Spammern ist die Pingback-Funktion ein gefundenes Fressen.
Dazu kommen Self-Pings. Wenn du in einem Beitrag auf einen anderen Beitrag deiner eigenen Seite verlinkst, schickt WordPress standardmäßig auch dafür einen WordPress Pingback. An dich selbst. Für deine eigene Webseite. Das Ergebnis: Dein Kommentarbereich füllt sich mit internen Verlinkungen als Pseudo-Kommentare. Niemand will das sehen.
Und dann der Performance-Aspekt. Jeder eingehende Ping wird geprüft, verarbeitet, gespeichert. Bei einer WordPress Website mit vielen eingehenden Links erzeugt das Last. Nicht dramatisch, aber unnötig. Wenn du die Funktion nicht aktiv nutzt, gibt es keinen Grund, sie laufen zu lassen.
Haben Pingbacks einen Nutzen für SEO?
Kurze Antwort: Nein. Nicht wirklich.
Manche Tutorials behaupten, Pingbacks erzeugen Backlinks. Stimmt technisch – ein Pingback hinterlässt einen Link im Kommentarbereich der verlinkten Seite. Aber Kommentar-Links sind in der Regel nofollow. Google ignoriert sie. Für die Suchmaschinenoptimierung bringen sie nichts.
Im Gegenteil: Wenn dein Kommentarbereich voller Spam-Pingbacks ist, schadet das eher. Google sieht minderwertige Inhalte auf deiner Seite. Besucher sehen einen zugemüllten Kommentarbereich und denken sich ihren Teil. Der Nutzen von Pingbacks für SEO ist gleich null. Ein echter Backlink von einer redaktionell gesetzten Verlinkung ist tausendmal mehr wert als hundert automatische Pings.
Also nein. Kein SEO-Argument für Pingbacks. Wenn jemand das behauptet: Ignorieren.
Wie deaktivierst du WordPress Pingbacks und Trackbacks global?
Jetzt zum Praktischen. Im WordPress Backend unter Einstellungen → Diskussion findest du zwei entscheidende Optionen.
Die erste: „Versuche jedes in Beiträgen verlinkte Weblog zu benachrichtigen.“ Das steuert ausgehende Pings. Häkchen raus – und WordPress versendet keine Pingbacks mehr, wenn du andere Seiten verlinkst.
Die zweite: „Erlaube Link Benachrichtigungen von anderen Weblogs.“ Das steuert eingehende Pings. Häkchen raus – und du erhältst keine externen Pingbacks mehr. Keine Benachrichtigungen, keine Einträge im Kommentarbereich.
Beide Häkchen entfernen. Speichern. Fertig. Damit sind sie für alle neuen Beiträge deaktiviert. Wichtig: Das gilt nur für neue Inhalte. Bereits veröffentlichte Beiträge behalten ihre alten Einstellungen. Die musst du separat ändern – oder per Bulk-Edit in der Beitragsübersicht anpassen.
Wie deaktiviere ich Pingbacks für bereits bestehende Beiträge?
Die globale Einstellung greift nur vorwärts. Alles, was schon veröffentlicht ist, behält seine Konfiguration. Wenn bei älteren Beiträgen „Pings erlauben“ aktiviert war, bleibt es aktiv.
Lösung eins: Manuell. Beitrag öffnen, im Editor unter „Diskussion“ das Häkchen bei „Pings erlauben“ entfernen. Funktioniert, ist aber bei vielen Beiträgen mühsam.
Lösung zwei: Bulk-Edit. Unter Beiträge → Alle Beiträge alle auswählen, „Bearbeiten“ wählen, im Bulk-Edit-Feld „Pings“ auf „Nicht erlauben“ setzen. Auf einen Schlag für alle ausgewählten Beiträge. Schneller. Sauberer. Damit sind auch die alten Inhalte dicht. Keine neuen Pingbacks mehr. Von niemandem.
Wie verhinderst du Self-Pings auf interne Links?
Self-Pings sind besonders nervig. Du verlinkst in einem Beitrag auf einen anderen Beitrag deines eigenen Blogs – und WordPress angepingt dich selbst. Ein Kommentar-Eintrag von dir. An dich. Auf deiner eigenen Seite. Sinnlos.
Die einfachste Lösung: Wenn du die globalen Einstellungen wie oben beschrieben deaktiviert hast, sind Self-Pings automatisch auch weg. Keine ausgehenden Pings = keine Pings an dich selbst.
Wer es gezielter machen will: Es gibt einen kleinen Code-Snippet für die functions.php. Der Hook pre_ping erlaubt es, interne Links aus der Ping-Liste zu entfernen, bevor sie gesendet werden. So bleiben externe Verlinkungen weiterhin anpingbar, aber bei internen Links passiert nichts. Für die meisten Leute ist das Overkill. Die globale Deaktivierung reicht. Aber die Option gibt es.
Welche Plugins helfen beim Umgang mit unerwünschten Pings?
Wenn du nicht alles manuell machen willst, gibt’s Plugins.
Antispam Bee ist ein kostenloses Plugin, das Spam-Kommentare filtert – inklusive Spam-Pingbacks. Es erkennt automatisch, ob ein eingehender Ping von einer seriösen Quelle kommt oder von einem Spammer. Deutlich eleganter als alles manuell zu moderieren.
Wer radikal sein will: Das Plugin Disable Pingbacks (oder ähnliche) schaltet die Funktion komplett ab. Keine eingehenden, keine ausgehenden Pings. Ohne WP-Konfiguration, ohne Code. Ein Klick im Plugin-Bereich und Ruhe ist. Für die meisten WordPress-Seiten ist das die beste Lösung – einfach aus und vergessen.
Grundsätzlich brauchst du aber kein Plugin, um die Funktion abzuschalten. Die Bordmittel unter Einstellungen → Diskussion reichen völlig. Plugins sind nur dann nötig, wenn du selber Pingbacks empfangen willst, aber den Spam rausfiltern möchtest.
Solltest du Pingbacks deaktivieren oder gibt es noch einen Nutzen?
Für 99% aller WordPress-Seiten: Deaktivieren. Sofort. Keine Diskussion.
Die einzige Ausnahme: Du betreibst einen WordPress-Blog in einer kleinen, überschaubaren Community von Bloggern, die sich aktiv gegenseitig verlinken und vernetzen. In dem Fall können Pingbacks tatsächlich noch nützlich sein – als Zeichen, dass jemand deinen Inhalt aufgegriffen hat. Ein digitales Kopfnicken.
Aber ehrlich? Die meisten Leute kommunizieren heute über Social Media, E-Mail oder direkte Nachrichten. Nicht über automatische Link-Benachrichtigungen von anderen Blogs. Die Ära, in der Pingbacks zur Vernetzung beigetragen haben, ist vorbei. Was übrig bleibt, ist Spam. Und Spam braucht niemand. Deaktiviere Pingbacks, deaktiviere Trackbacks, vergiss dass es sie gibt. Dein Kommentarbereich wird dir danken. Deine Besucher auch.
Kurze Zusammenfassung: Was tun – und in welcher Reihenfolge?
Erstens: Einstellungen → Diskussion. Beide Häkchen raus. Ausgehende und eingehende Link-Benachrichtigungen abschalten. Speichern.
Zweitens: Bestehende Beiträge per Bulk-Edit anpassen. Pings auf „Nicht erlauben“ setzen. Für alle. Auf einmal.
Drittens: Optional ein Plugin wie Antispam Bee installieren, um auch andere Spam-Formen abzufangen.
Das dauert insgesamt fünf Minuten. Danach hast du keine unerwünschten Einträge mehr in deinem Kommentarbereich. Keine Spam-Pings, keine Self-Pings, kein Rauschen. Deine WordPress Website ist sauberer. Dein Backend ruhiger. Und du kannst dich auf das konzentrieren, was zählt: Inhalte erstellen, die Menschen lesen wollen. Nicht automatische Benachrichtigungen moderieren, die niemand braucht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Pingbacks sind automatische Benachrichtigungen, wenn jemand auf deinen Beitrag verlinkt.
- Trackbacks sind dasselbe, nur manuell – du gibst die URL der Zielseite selbst ein.
- Beide erscheinen als Einträge im Kommentarbereich und sind heute hauptsächlich ein Spam-Problem.
- Für SEO bringen sie nichts – Kommentar-Links sind nofollow und wertlos.
- Deaktivieren unter Einstellungen → Diskussion: Häkchen bei ausgehenden und eingehenden Benachrichtigungen entfernen.
- Gilt nur für neue Beiträge – bestehende per Bulk-Edit nachziehen.
- Self-Pings (interne Verlinkungen pingen dich selbst an) verschwinden mit der globalen Deaktivierung.
- Plugins wie Antispam Bee filtern Spam-Pings automatisch, falls du die Funktion teilweise behalten willst.
- Für 99% aller WordPress-Seiten: Pingbacks und Trackbacks komplett abschalten. Kein Nachteil.
- Fünf Minuten Aufwand. Danach Ruhe. Für immer.
Pingbacks, Backlinks, Off-Page-SEO – der Zusammenhang ist klar.
Linkaufbau ist ein Teil einer guten SEO-Strategie. Als SEO Agentur Mainz kümmern wir uns um technisches SEO, Content und Linkbuilding.
Piri Parameswaran
Piri ist Mitgründer von Digital Leap. Eigentlich BWLer – aber Programmieren, WordPress und technische SEO hat er sich früh aus eigener Neugier beigebracht. Was im Studium als Hobby angefangen hat, ist seit knapp 10 Jahren sein Beruf. Heute verantwortet er Entwicklung und technische SEO bei Digital Leap – von lokalen Projekten bis hin zu Kunden auf Konzernebene. Eine Website, die nicht sauber gebaut ist, kann noch so gut aussehen: Sie wird nicht liefern.
Von Piri Parameswaran
Am 6. Juli 2023
Thema #Inhalte verwalten, #WordPress Verwaltung & Wartung